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Zum Totengedenken im November

Zum Totengedenken im November

Wenn im späten Herbst die Nächte besonders lang sind und es dunkler wird, drückt das bei so manchem auf das Gemüt. So ist es kein Zufall, dass auch die kirchlichen Toten-Gedenktage in diese Zeit fallen und der Totensonntag im November liegt.

Abschied tut weh
Wenn ein Mensch stirbt, müssen wir unweigerlich Abschied von ihm oder ihr nehmen. Wir werden nicht gefragt. Der Abschied scheint endgültig zu sein. Kein Wiedersehen, kein Hören ihrer Stimme, kein Umarmen mehr. Der Abschied schneidet uns auseinander, er spaltet unser Herz. Und doch kommen wir nicht um den Abschied herum. Es hilft nicht, den Abschied zu verdrängen, denn nur wer Abschied nimmt, kann neu anfangen.

Sich erinnern
Ich weiß nicht, wen Sie verloren haben, Ihren geliebten Mann, Ihre geliebte Frau, einen Freund, ein Kind, Ihren Vater, Ihre Mutter. Bei jedem Verlust ist der Schmerz anders. Aber immer zerreißt er das Herz. Was kann helfen in diesem Schmerz? Der erste Schritt, den Schmerz zu verwandeln, ist die Erinnerung. Sich an alles zu erinnern, was im Leben des Verstorbenen war, was Sie mit ihm erlebt haben, wie sie ausgesehen hat, was er gesprochen hat, welche gemeinsamen Stunden Sie mit ihr verbracht haben. Und davon zu erzählen, woran Sie sich erinnern. Das Erzählen tut weh, aber es befreit auch, es entlastet. Es verwandelt: Mitten aus dem Schmerz steigt Dankbarkeit auf, für das, was Sie gemeinsam erlebt haben. Dankbarkeit verwandelt sich in Freude.

Rituale und Orte
Wenn die Rituale der Beerdigung liegen hinter uns liegen, so ist das Grab ein Ort, an dem wir die Beziehung zum Verstorbenen erfahren. Dieses gibt unserer Trauer einen Ort, eine Heimat. Dort können wir unsere Liebe zum Verstorbenen ausdrücken, auf handfeste Weise. Wir pflegen das Grab. Wir schmücken es mit Blumen. Indem wir das Grab schmücken, bekommt unsere Liebe zum Verstorbenen einen greifbaren Ausdruck. So wie wir den Verstorbenen im Leben umarmt haben, so drücken wir jetzt unsere Liebe zu ihm aus, indem wir liebevoll das Grab pflegen. Manche schauen auf das Grab und glauben daran, dass der Verstorbene jetzt bei Gott ist und uns auch zu Gott führen möchte. Während wir das Grab pflegen, sind wir im Zwiegespräch mit dem Verstorbenen. Wir erinnern uns an das, was er uns einmal gesagt hat oder wie wir ihn als Mensch erlebt haben.

Besondere Tage
Auch während des Jahres gibt es viele Rituale, um die Gemeinschaft mit dem Verstorbenen zu spüren, ohne ihn festhalten zu wollen. Zum Beispiel eine Kerze, die wir an seinem Geburtstag oder an Weihnachten für ihn anzünden.
Am Totensonntag erinnern wir im Gottesdienst einmal im Jahr an alle Menschen, die nicht mehr unter uns sind und derer wir uns doch voller Schmerz und Liebe erinnern. Für alle, die im zurückliegenden Jahr aus unserer Gemeinde gestorben sind, entzünden wir eine Kerze und nennen Ihre Namen. In der Stille gedenken die Gottesdienstbesucher all jener Menschen die sie vermissen. Sei es seit Kurzem oder schon seit einer langen Zeit.

Sonntag, 26. November, 16 Uhr – Totensonntag- Abendmahlsgottesdienst im Gemeindesaal

Ihre Pastorin Almut Wichmann