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Was gibt es in der Borgfelder Kirche zu entdecken? Teil 4

Auf dem Rundgang durch unsere Kirche besuchen wir dieses Mal den Altarraum, auch Apsis genannt, und anschließend die Sakristei:

Die Apsis in ihrer jetzigen Größe und Form gibt es erst seit der letzten großen Renovierung 1965 (siehe Grundriss). Vorher war der Altarraum deutlich kleiner und besaß drei bunte Glasfenster im neuromanischen Stil, die von einem Glasmaler Rohde gefertigt wurden. Dieser Altarraum entstand beim Umbau 1896. Bei der Vergrößerung des Altarraumes wurde auf die Fenster verzichtet, da die Morgensonne die Gottesdienstbesucher beim Blick zum Altar geblendet hatte.


Im Zentrum der Apsis steht wie vorher der Altar. Den Holz-Altar von 1927 mit gedrechselten Beinen ließ Pastor Schulze durch einen großen Sandstein-Altar ersetzen, der aus großen Quadern von hellem Obernkirchener Sandstein bestand. Die Tischplatte dieses Altars wog über 25 Zentner. Da dieser Altar dem nachfolgendem Pastor Klagge zu mächtig war, ließ dieser ihn 1984 durch einen kleineren Altar ersetzen. In diesem Jahr war ursprünglich eine Feier zur ersten urkundlichen Erwähnung der Borgfelder Kirche von 600 Jahren geplant, als sich noch rechtzeitig herausstellte, dass die Kirche bereits 103 Jahre früher, also 1281, erwähnt wurde. Die Umgestaltung des Altars war allerdings bereits beschlossen. Der neue Altar besitzt links und rechts je einen aus Backstein gemauerten Sockel. Darauf liegt eine Eichenholzplatte.

Das mittlere dieser Fenster mit der Christusdarstellung hat der frühere Küster Erhard Schmidt erhalten. Das Oberteil war 1965 in das Sakristeifenster eingefügt worden. Da E. Schmidt den Rest dieses Fensters auf dem Dachboden entdeckte, fertigte er einen Metallrahmen für das Glasbild, der oben mit einem Kreuz versehen wurde, und stellte es hinter dem Altar auf. Bei Gottesdiensten wird es von hinten beleuchtet.

Auf dem Altar ist eine weiße Leinendecke ausgebreitet, die mit Spitzen verziert ist und bereits die früheren Altare bedeckte. Darauf liegt in der Mitte eine große Luther-Bibel aus dem Jahre 1926, die aufgeschlagen ist und aus der mitunter im Gottesdienst gelesen wird. Flankiert wird sie von zwei silbernen Kerzenleuchtern, deren Füße verziert sind. Früher stand auf dem Altar auch ein Kreuz, dessen Fuß dem der Leuchter entsprach. Heute ist dieser Fuß das Unterteil für die große Taufkerze, die im Altarraum hinter dem Lesepult steht, das 1984 bei der Firma Kahrs und Schulz gefertigt wurde.

Beiderseits des Altars stehen zwei fünfarmige Leuchter. Diese sind schon auf Bildern von der Apsis vor der Renovierung zu sehen. Im Halbrund hinter dem Altar stehen seit ca. 20 Jahren sechs Worpsweder Stühle, die bei Trauungen für das Brautpaar und die Trauzeugen verwendet werden. Da früher nur recht unansehnliche Stühle dafür zur Verfügung standen, wurden diese schönen Stühle auf Veranlassung von Pastor Klagge beschafft. 

Wir betreten nun die Sakristei, die ein normales Gemeindemitglied nur ausnahmsweise zu sehen bekommt. Dieser kleine Raum wurde erst 1965 hier angebaut, wie auch der Heizungsraum auf der gegenüberliegenden Seite. Dieser ist sozusagen ein Multi-funktionsraum.

Hier können die PastorInnen sich umziehen und den Talar anlegen. Gleichzeitig dient er als Aufbewahrungsraum für Gegenstände, die insbesondere im Gottesdienst verwendet werden. So steht neben der Außentür ein Hängeschrank, in dem die Paramente, die Vorhänge für Kanzel und Altar aufbewahrt werden. Die Borgfelder Kirche besitzt davon Garnituren, die sich vor allem durch die Farben unterscheiden. Weiß sind die Vorhänge für Weihnachten und Ostern, für Pfingsten sind rote vorgesehen. In den Fastenzeiten vor Ostern und Weihnachten (Adventszeit) hängen an Kanzel und Altar violette Paramente, am Karfreitag schwarze. Für die übrige Zeit des Kirchenjahres gilt die Farbe grün. An der Wand gegenüber befindet sich ein Hängeschrank, in dem Kerzen aufbewahrt werden, in dem aber noch mehr zu entdecken ist. So stehen hier ein silberner Abendmahlskelch und zwei Paten (Teller für Oblaten). Außerdem gibt es hier mehrere Taufbecken. Diese wurden früher regelmäßig verwendet, da damals in der Regel Haustaufen stattfanden. Eines ist ein schweres Zinnbecken, in dem auf der Rückseite die Jahreszahl 1824 eingraviert wurde. Eine dazu gehörende Zinnkanne für das Taufwasser steht in der Nähe in einem Bord. Eine große versilberte Schale trägt die Inschrift „Kirchengemeinde Bremen-Borgfeld 1958“. Schließlich steht hier auch ein kleines Taufbecken, in dessen Boden ein Kreuz eingeprägt ist. In dem Rand ringsherum ist der Text „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ aufgeführt.

  Erwähnt sei noch ein größerer Schrank, in dem die Mäntel und Hüte der Sargträger aufbewahrt werden. Hingewiesen sei zum Abschluss noch auf ein Holzkreuz und zwei Kerzenleuchter, die auf dem Hängeschrank stehen. Sie wurden ursprünglich in der Leichenhalle verwendet und sind jetzt bei Gottesdiensten außerhalb der Kirche, als etwa in Timmersloh, im Gebrauch.

Hiermit ist unser Rundgang in der Kirche abgeschlossen.

Dr. Hermann Cordes