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Neuigkeiten

Es müsste Zeitungen geben,
die immer das mitteilen,
was nicht ist:
Keine Cholera!
Kein Krieg!
Keine Revolution!
Keine Missernte!

 

 

Liebe BorgfelderInnen,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber manchmal möchte man Augen und Ohren verschließen vor den Schlagzeilen in Zeitungen und Tagesschauen. Da bin ich froh, dass ich mich nicht auch noch in den sozialen Netzwerken tummele – Kanäle, die das Adjektiv im Grunde nicht verdienen. Denn allein das, was man in den normalen Nachrichten über Facebook, Instagram, Twitter und Co. hört, lässt einen fassungslos zurück.

Otto Normalverbraucher kann nun endlich mal „laut“ sagen (und anonym schreiben), was er immer schon mal aller Welt mitteilen wollte. Doch ein Großteil dessen, was „gelikt“ und gepostet wird, ist Häme, Hass und Dummheit pur.

Man sehnt sich nach Zeiten, in denen MitarbeiterInnen von Ämtern für Öffentlichkeitsarbeit sorgsam abwägten, WAS WER WANN sagte. Aber nein: Heute gibt es keine gut formulierten Stellungnahmen, heute twittern auch Politiker munter drauf los und geben zu Jedem und Allem UMGEHEND eine mehr und leider meist weniger geistvolle Erwiderung heraus. NACH-Denken und ÜBER-Denken scheint in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr en vogue zu sein. So viel geistiger Müll kann einen ganz schön „runterziehen“. Dazu kommt noch der alltägliche Umgang im Straßenverkehr und in Geschäften. Nach „Geiz ist geil“ scheint nun „Rüpelhaftigkeit ist in“ der neue Slogan zu sein (zum Glück für Borgfelder eher noch ein innerstädtisches Phänomen).

Vor kurzem las ich das Buch „Becoming“ von Michelle Obama. Nachhaltig in Erinnerung habe ich ihr Lebensmotto, dass sie sich insbesondere in den Zeiten des Wahlkampfes des jetzigen Präsidenten in Erinnerung rief: „When they go low, we go high – wenn sie sich von ihrer schlechtesten Seite zeigen, zeigen wir uns von unserer besten".

Anstatt uns also runterziehen zu lassen, können wir uns entscheiden, dem etwas entgegenzusetzen. Anstelle mit heruntergezogenen Mundwinkeln können wir dem Leben mit einem Lächeln begegnen. Wir können uns entscheiden, in keinem Fall auf diese Spur von Hass, Unfreundlichkeit und Gleichgültigkeit einzuschwenken. Wir können uns entscheiden, in unserem Gegenüber das Liebenswerte und die Stärken zu sehen, anstatt das Fehlerhafte zu suchen. Wir können in der Schublade der „abgelegten Worte“ stöbern und über Begriffe wie Ehrfurcht, Tugend und Anstand und deren Sinnhaftigkeit und Relevanz in unserer heutigen Zeit nachdenken.

 

 

Die tägliche Freude
über die Abwesenheit
großer Übel
würde zweifellos
die Menschen fröhlicher machen.

Christian Morgenstern



Angesichts unserer Lebensumstände hätten wir gute Gründe, pausenlos mit einem DANKE durch das Leben zu laufen. Wie gut wäre es, wenn wir diesen „inneren Rotstift“ ablegen könnten, wenn wir sozusagen lernten, grün anzumerken, was uns alles Schönes begegnet! Hilfreich dabei könnten drei kleine weiße Bohnen sein. Man steckt sie morgens in die linke Hosentasche. Für jede schöne Begegnung, jede wohltuende Situation, jede gute Wahrnehmung wandert eine Bohne von der linken in die rechte Hosentasche. Und am Abend holt man die drei „Glücksbohnen“ heraus und erinnert sich…

Ich habe den Kindern in der Kita von den Glücksbohnen erzählt und sie gefragt, was sie an diesem Tag Schönes erlebt hätten.

Sie waren etwas ratlos, erzählten mir dann, an welcher Aktivität sie teilgenommen hätten. Vielleicht müssen wir von klein auf lernen, solche Momente als das wahrzunehmen, was sie sind: kleine Geschenke, die man nicht kaufen kann, die man erhält (sofern man sie wahrnimmt) und verschenkt (was man bisweilen üben muss) und die uns zeigen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Ihnen allen wünsche ich viele solcher Momente!

Ihre Elke Meiners